![[Raya hotel & Panarea]](testate/1.jpg)

In den 60-er Jahren, nachdem sie um die ganze Welt gereist waren und viele
Inseln gesehen hatten, landeten Myriam Beltrami und Paolo
Tilche auf Panarea und verliebten sich in diese Insel. Es war Liebe
auf den ersten Blick und sie beschlossen, sie nicht mehr zu verlassen. Zu
Beginn lebten sie in einem Fischerhaus, es war immer voller Freunde, die
aus allen Teilen der Welt zu Besuch kamen und dann monatelang bei ihnen
blieben, weil der Ort, die Natur, die Düfte und das einfache Leben,
das man dort führte, auch sie bezauberte. Damals wurde die Nacht von
Petroleumlampen erleuchtet, das Wasser wurde vom Tankschiff geholt und es
war so kostbar, dass man mit einem Eimer sonnenerwärmten Wassers duschte;
die einzigen motorgetriebenen, im übrigen seltenen Fahrzeuge waren
die "Ape", es gab ein einziges öffentliches Telefon, und
das Schiff kam nur zweimal in der Woche, ging draußen vor Anker und
wartete auf das Tuckern der Fischerboote, die unten an der Bordwand anlegten,
um die Personen und Waren abzuholen. Jeglicher Komfort fehlte und das Leben
war noch ursprünglich, dadurch fand, wer aus dem Chaos der großen
Städte kam, weit ab vom täglichen Durcheinander einen Ort des
Friedens und der Stille. Die Abende verbrachte man auf den Terrassen mit
Blick auf den Archipel mittelgroßer Inseln, die um diese Insel herumliegen,
und man bewunderte das feurige Schnauben des Stromboli, während man
sich mit berühmten Malern, Musikern, Schriftstellern und Journalisten
unterhielt. Ein Paradies, dass mit anderen geteilt werden sollte und damals
...
... entstand der Plan für ein Guest-House.
Leicht war es nicht, aber durch die Verbindung von Myriams Beständigkeit
und Paolos Erfindungsgabe wurde das "Raya" ins Leben gerufen;
es wurde im Laufe der Jahre zu einem Treffpunkt, der in kein Schema passt
und dann sogar zu einem "Kult-Hotel". Für Myriam begannen
Jahre langer Nachforschungen, bevor das Puzzle der Besitzverhältnisse
geklärt und der erste Spatenstich für das Hotel getan werden konnte.
Gemeinsam mit Paolo baute sie es klug und maßvoll direkt in die Landschaft
hinein, dabei harmonisch und mit größtem Respekt vor den Schönheiten
der Natur und nach den Maßstäben einfacher, natürlicher
Architektur und ebensolchen Lebensprinzipien, doch gleichzeitig behielten
sie die antiken mediterranen Traditionen bei. Wie ein kleines, äolisches
Dorf klammern sich die Zimmer an den Berghang. Von ihnen kann man das Schauspiel
des kleinen Archipels genießen, mit seinen Inseln Basiluzzo, Dattilo,
Lisca Bianca, Bottaro und in der Ferne dem Stromboli, seinem weißen
Rauch und in der Nacht den roten Stichflammen zwischen den Eruptionen...
Nun ist Paolo nicht mehr da, doch Myriam kümmert sich weiter um ihre Gäste, als wären es ihre alten Freunde, die früher aus allen Teilen der Welt auf der Suche nach Sonne und Frieden, nach den Düften, Blumen und Farben des Mittelmeers hierher kamen, um sich während ihres städtischen Winters aufzuwärmen. Beinahe auf Zehenspitzen geht sie durch ihr Hotel und wer es nicht weiß, der bemerkt nicht, dass sie die Eigentümerin ist, während ihr nichts entgeht, sie ist immer da, dabei zu allen aufmerksam und freundlich, vielleicht weil das Hotel Raya ihre größte Leidenschaft ist.